Depression bei Jugendlichen

Die Fragen beantwortet Dr. Stixrud.

William Stixrud

Dr. William Stixrud ist klinischer Neuropsychologe und Leiter der Gemeinschaftspraxis William Stixrud und Kollegen in Silver Spring, Maryland, USA. Seine Spezialgebiete sind Lern- und Aufmerksamkeits- sowie soziale und emotionale Störungen. Dr. Stixrud ist zudem Lehrbeauftragter am Children's National Medical Center in Washington, D.C. Er graduierte in Psychologie an der University of Minnesota. An der University of Washington graduierte er mit "Magna Cum Laude".

Frage: Mein Sohn ist mitten in der Pubertät, und er leidet stark unter Depressionen. Kann ihm TM helfen?
Antwort

Dr. Stixrud: Wir wissen, dass es bei Depression eine genetische Komponente gibt. Allerdings spielen die Gene bei Depression eine weitaus geringere Rolle als bei anderen Störungen, wie zum Beispiel Autismus und ADHS. Die Gene sind bei Depression etwa zu 30 bis 50 Prozent beteiligt. Im Umkehrschluss heisst dass, dass im Wesentlichen die Ursache nicht in den Genen, sondern woanders zu suchen ist. Im Wesentlichen sind Depressionen das Ergebnis der Erfahrungen, die man macht, und die Hauptursache ist sicher Stress. Forschungsergebnisse

Frage: Dann ist es also bei Kindern ganz besonders wichtig, einer Depression vorzubeugen?
Antwort

Dr. Stixrud: Einer der weltweit angesehensten Experten für psychische Gesundheit bei Kindern und Heranwachsenden sagt, dass man das zur höchsten Priorität machen sollte: bei Kindern und Heranwachsenden seelische Probleme verhindern. Wenn man diesen Problemen in Kindheit und Jugend vorbeugt, könnten wir auch bei Erwachsenen die meisten psychischen Probleme verhüten. Und wir zahlen einen enormen Preis für diese Probleme, wenn man an all das Leid denkt und an die horrenden Kosten, die das direkt und indirekt verursachen. Forschungsergebnisse

Frage: Empfehlen Sie die Technik der Transzendentalen Meditation Ihren Patienten?
Antwort

Dr. Stixrud: Ja, und damit stehe ich nicht allein. Ein anderer Top-Experte auf dem Gebiet der Gehirnentwicklung und mentaler Probleme bei Kindern gab einem meiner jungen Patienten, der von seinen Antidepressiva loskommen wollte, folgenden Rat: »Meinen Segen hast du, vorausgesetzt, du hältst dich an dreierlei: regelmässiger Tagesablauf, viel Schlaf und anfangen zu meditieren.« Er sagte das deshalb, weil er an den National Institutes of Health arbeitet (die wichtigste Gesundheitsbehörde der USA). Und dort hatten Forscher die Verbindung zwischen Stress und Depression untersucht. Er wusste, wenn Menschen depressiv werden, geraten ihre Stresshormone aus dem Gleichgewicht. Wenn man die Stressreaktion hingegen normalisiert, kann dem vorgebeugt werden. Zweimal täglich die Technik der Transzendentalen Meditation auszuüben hilft den jungen Menschen, Ordnung in ihrem Leben aufzubauen, ihrem Tag Struktur und Routine zu geben, und das wiederum hilft dem Nervensystem, besser zu arbeiten. Forschungsergebnisse

Frage: Ist denn Depression ein weitverbreitetes Problem bei Kindern?
Antwort

Dr. Stixrud: Ja, und besorgniserregend an der Depression ist, wie viele junge Leute darunter leiden. Man ist sich nicht ganz einig, aber viele Fachleute auf diesem Gebiet glauben, dass wir es mit einer regelrechten Depressions-Epidemie zu tun haben. Nahezu alle stimmen darin überein, dass Depressionen heute weitaus früher einsetzen. Vor ein, zwei Generationen noch begannen Depressionen im Alter von durchschnittlich 34 oder 35 Jahren. Heute sind es die 14-Jährigen, bei denen das meist beginnt!

Forscher sagen, dass Depression Schäden im Gehirn hinterlässt. Deshalb sind Teenager, die gegen Depression behandelt wurden, anschliessend pessimistischer als andere, selbst, wenn die Depression verschwand. Sie haben grössere Probleme mit dem Schlaf als vorher, was sie wiederum dem Risiko aussetzt, erneut an Depression zu erkranken. Und jedes Mal, wenn eine Person an Depression erkrankt, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass sich daraus eine lebenslange Depression entwickelt. Aus diesem Grund sagen die Experten, dass die Prävention psychischer Gesundheitsprobleme zur obersten Priorität gemacht werden sollte. Forschungsergebnisse

Frage: Ist es nicht so, dass auf den jungen Leuten heute mehr Druck lastet als jemals zuvor?
Antwort

Dr. Stixrud: Ich hatte einen Jungen mit ADHS. Er war 10. er war stark hyperaktiv, aber auch wild, ganz entzückend, extrem witzig, extrem intelligent und jedenfalls ein äusserst liebenswerter Kerl. Als er 16 war, sah ich ihn wieder. Er war auf Antidepressiva. »Warum das Sertralin?«, fragte ich ihn. »Nun, sie hatten mich immer Teflon-Kind genannt«, sagte er, »denn, als ich noch jünger war, war mir alles egal. Ich liess alles an mir abperlen. Ich war immer guter Dinge. Doch dann kam ich in die Sekundarschule, und da bekam ich nicht mehr genügend Schlaf. Ich wollte auf eine Elite-Universität, und so begann ich, bis 1 Uhr morgens aufzubleiben. Nacht für Nacht gab ich alles, um so gut zu sein in der Schule wie nur irgend möglich. Das erschöpfte mich, und ich wurde depressiv.«

Und ich denke, dass genau dass immer und immer und immer wieder passiert, besonders bei Mädchen. Denn sobald sie in die Pubertät kommen, laufen Mädchen wesentlich stärker Gefahr, an einer Depression zu erkranken als Jungs. Ich berate sehr viele private Mädchenschulen, und viele fordern von ihren Schülerinnen sehr viel. Ich versuche, bei ihnen Verständnis zu wecken, dass wir auf lange Sicht nicht wollen, dass diese Heranwachsenden so müde und gestresst sind, dass sie schliesslich in die Depression abrutschen. An der Harvard Universität haben (nur ein Beispiel) 80 Prozent der Studenten bei einer Zeitungsumfrage angegeben, dass sie depressiv gewesen waren im vergangenen Jahr. Forschungsergebnisse (Stress) Forschungsergebnisse (Depression)

Frage: Die TM-Technik kann also diese Kinder und Jugendlichen vom Stress befreien?
Antwort

Dr. Stixrud: Ich spüre, dass das tatsächlich das Beste ist, was wir diesen Kindern beibringen können: das Programm der Transzendentalen Meditation auszuüben. Ich sage das deshalb, weil man diesen Kindern dadurch hilft, sich ein Umfeld aufzubauen, das verhältnismässig stressfrei ist. Sie normalisieren ihre eigene Stressreaktion, bauen Ordnung und Regelmässigkeit ein in ihren Tag, und sie erfahren eine tiefe Ebene des Glücks, der Kreativität und der Energie. Forschungsergebnisse