Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Fragen beantworten Dr. Kaplan, Dr. Molina, Dr. Schneider und Dr. Krag.

Gary Kaplan

Dr. Gary P. Kaplan  ist Arzt (Neurologe) und ausserordentlicher Professor für klinische Neurologie an der New York University School of Medicine, USA. Er graduierte an der University of Michigan. Für seine herausragenden Leistungen bei der Förderung und Verbesserung der klinischen Ausbildung von Ärzten wurde er mit dem Albert H. Douglas Award der Medical Society des Bundesstaates New York ausgezeichnet.

César Molina

César Molina, Arzt, ist medizinischer Direktor des South Asian Heart Center am El Camino Hospital in Mountain View, Kalifornien, USA. Er graduierte an der Yale University School of Medicine und ist Mitglied des American College of Cardiology. Dr. Molina war kürzlich in der internationalen Ausgabe von CNN zu sehen, in einer Diskussion über den Nutzen von Ernährung und Sport bei der Behandlung und Vorbeugung koronarer Herzerkrankungen.

Robert Schneider

Robert Schneider, Arzt (Kardiologe), graduierte an der University of Medicine and Dentistry of New Jersey, USA, und ist Mitglied des American College of Cardiology. Er wurde von den National Institutes of Health (NIH, die Bundesgesundheitsbehörde der USA) ausgezeichnet und mit über 20 Millionen Dollar unterstützt, für seine bahnbrechenden Arbeiten zur natürlichen Therapie und Prävention bei Herzerkrankungen. Dr. Schneider ist Autor des Buches Total Heart Health. Er hat über 100 medizinische Fachartikel geschrieben. Tausendfach berichteten die Medien, darunter CNN Headline News, The New York Times und das Time Magazine.

James Krag

Dr. James Krag ist Arzt (Psychiater) und Mitglied der American Psychiatric Association und war einige Zeit Präsident der Psychiatric Society of Virginia und der Virginia Association of Community Psychiatrists, USA. Derzeit behandelt er traumatisierte US-Veteranen an einer Klinik in Harrisonburg, Virginia.

Frage: Da jahrelanger Bluthochdruck gewöhnlich zu einer Verhärtung der Arterien führt (Arteriosklerose), was wiederum Komplikationen, wie zum Beispiel Herzinfarkt und Schlaganfall nach sich zieht – gibt es irgendeinen Beweis dafür, dass die Technik der Transzendentalen Meditation Arteriosklerose reduzieren kann?
Antwort

Dr. Kaplan: Eine umwälzende Studie, die in der Fachzeitschrift Stroke erschienen ist, hat gezeigt, dass bei regelmässiger Praxis von Transzendentaler Meditation der Durchmesser der Halsschlagader dauerhaft reduziert wird. Ein vergrösserter Durchmesser der Halsschlagader gilt als Warnsignal für eine Verhärtung der Arterien.Forschungsergebnisse

Frage: Wie kann die Technik der Transzendentalen Meditation die körperlichen Risikofaktoren, die zu Arteriosklerose führen, beeinflussen? Ich denke da an Bluthochdruck, den Cholesterinspiegel und die Insulinresistenz.
Antwort

Dr. Molina: Die Technik der Transzendentalen Meditation - auch wenn sie eine mentale, geistige Technik ist - führt zu einem einzigartigen neuro-psycho-physiologischen Zustand – ein Zustand, der sich durch tiefgreifende Veränderungen innerhalb des Nervensystems, des Geistes und des Körpers auszeichnet. Diese körperlichen Veränderungen senken den Cholesterinspiegel und reduzieren den Bluthochdruck. Wenn Sie den Bluthochdruck senken und Ihren Cholesterinspiegel herunterfahren, dann mindern Sie Ihr Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken. Untersuchungen haben nun gezeigt, dass Patienten mit koronaren Herzerkrankungen seltener an Angina pectoris erkranken, wenn sie Transzendentale Meditation ausüben. Bei Belastungstests zeigten Ausübende der Transzendentalen Meditation ausserdem eine grössere Belastungsfähigkeit, verbunden mit einer Abnahme von Ischämie und Herzinsuffizienz.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt: Die drei wichtigsten Risikofaktoren für Herzerkrankungen sind Bluthochdruck, Diabetes und Tabakkonsum. Bluthochdruck ist ausserdem der wichtigste Risikofaktor für den Schlaganfall. Die Technik der Transzendentalen Meditation hat nun gezeigt, dass sie beides, sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck senkt, insbesondere aber den systolischen, der wiederum eng verbunden ist mit erhöhtem Schlaganfallrisiko. Und der systolische Blutdruck ist derjenige, der sich mit den derzeitigen medikamentösen Therapien für Bluthochdruck nur schwer behandeln lässt.

Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass die Technik der Transzendentalen Meditation die Insulinresistenz erhöht, die ebenfalls als äusserst wichtiger Risikofaktor angesehen wird für Diabetes, Bluthochdruck und koronare Herzerkrankungen.

Dr. Schneider: Es stimmt, für die Arteriosklerose ist eine Vielzahl von Risikofaktoren verantwortlich: zum Beispiel Bluthochdruck, Rauchen, ein hoher Cholesterinspiegel, das metabolische Syndrom oder die Insulinresistenz. Ausserdem liegen meist biochemische Ungleichgewichte vor, die durch freie Radikale oder oxidativen Stress hervorgerufen werden. Die Forschung hat gezeigt, dass chronischer Stress unmittelbar verantwortlich ist für das Entstehen und die Entwicklung der Arteriosklerose, so, wie jeder andere Risikofaktor für Herzerkrankungen auch. Die Wirkungen von chronischem Stress werden über Stresshormone, wie zum Beispiel dem Cortisol, weitergereicht, und auch über das sympathische Nervensystem, das für die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin sorgt.

Die Forschungsergebnisse über Transzendentale Meditation zeigen, dass TM die meisten der grossen Risikofaktoren für Arteriosklerose und Herzkrankheiten reduziert: psychischer Stress, Bluthochdruck, Rauchen, Cholesterin, oxidierte Lipide und Insulinresistenz. Auf neurohormonaler Ebene sieht man die Verringerung von Stresshormonen und geringere Störungen des sympathischen Nervensystems. Die Veränderungen im neuro-endokrinen und im Herz-Kreislauf-System sind stattdessen eher das Ergebnis grösserer Geordnetheit und Ausgeglichenheit im zentralen Nervensystem.

Abgesehen von der Verringerung von Risikofaktoren für das Herz-Kreislauf-System konnte die Forschung zeigen, dass die Verengung von Arterien zurückgeht (Regression der Arteriosklerose), die Hypertrophie des Herzens abnimmt (Linksherzhypertrophie) und die Sterberate aufgrund von Herzerkrankungen und anderer Ursachen zurückgeht. Also eine gut dokumentierte Abfolge von Wirkungen, die mit Transzendieren — der Technik der Transzendentalen Meditation — beginnt und bei einem gesünderen Herz endet.
Forschungsergebnisse: Herz-Kreislauf, Cholesterin, Herzinsuffizienz

Frage: Ich war bislang der Ansicht, die Verhärtung der Arterien sei im Wesentlichen eine Folge genetischer Faktoren und der Ernährung. Wie kommt es, dass TM Arteriosklerose reduzieren kann?
Antwort

Dr. Krag: Sie haben recht. Genetische Faktoren sind sehr wichtig. Aber es ist eine medizinische Tatsache, dass die allermeisten Menschen nicht so lang leben, wie ihre Gene es ihnen eigentlich erlauben würden. Die Nahrung, die Sie zu sich nehmen, ist wichtig, aber ebenso wichtig ist, wie Ihr Körper diese Nahrung verarbeitet!

Ein Beispiel: Stellen Sie sich eine Mahlzeit vor, die in jeder Hinsicht vollkommen gesund ist. An einem Tag sind Sie entspannt und glücklich, sind umringt von Ihrer lieben Familie, ihren Freunden. Am anderen Tag essen Sie exakt die gleiche Mahlzeit, aber jetzt sind Sie erschöpft, voller Sorgen, sind zornig und von Missstimmung umgeben. Aus Sicht Ihres Körpers ist das nicht die gleiche Mahlzeit! Er wird sie vollkommen anders verarbeiten. Offensichtlich ist Ernährung allein also nicht die Lösung. Die Technik der Transzendentalen Meditation entwickelt nun einen Zustand der Ruhe, der uns bleibt. Und auf dieser Grundlage wird nicht nur Nahrung besser verarbeitet — wir »verstoffwechseln« alles besser, was über unsere Sinne auf uns einströmt.

Frage: Muss ich nicht meine Essgewohnheiten verändern, um irgendetwas zu verbessern?
Antwort

Dr. Schneider: Nein, eigentlich nicht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Personen, welche die Technik der Transzendentalen Meditation ausüben, ihre Risikofaktoren, bezogen auf koronare Herzerkrankungen, herunterfahren, ohne ihre Diät zu verändern oder ihren Lebensstil. Selbstverständlich ist es aber immer am besten, gesunde Nahrung zu wählen, wenn man sich Gesundheit und Langlebigkeit wünscht.

Dr. Molina: Ja, richtig - im Zusammenhang mit Transzendentaler Meditation wird keine Ernährungsumstellung verlangt. Eine Ernährungsumstellung ist weder notwendig, wenn man Transzendentale Meditation ausüben will, noch ist sie erforderlich, um zu den guten Wirkungen zu gelangen, von denen die Untersuchungen berichten. Gleichwohl ist es natürlich immer klug, regelmässig zu essen und gesunde, frisch zubereitete Nahrung zu sich zu nehmen — insbesondere frische Früchte, Gemüse, Nüsse und Vollkornprodukte. Forschungsergebnisse

Frage: Empfehlen Sie die Technik der Transzendentalen Meditation zur Verringerung der Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall?
Antwort

Dr. Molina: Ich empfehle die Technik der Transzendentalen Meditation allen, denn man muss nicht krank sein, um mit Meditieren anzufangen.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Technik der Transzendentalen Meditation Langlebigkeit begünstigt und die Zahl der Herztoten senkt - im Vergleich zu Kontrollgruppen, die entweder gar nichts unternahmen, regelmässige medizinische Betreuung erhielten oder andere Entspannungstechniken ausübten. Ausserdem, so zeigte sich, reduziert die TM-Technik die Risikofaktoren für Herzerkrankungen und Schlaganfall.

Die Technik der Transzendentalen Meditation ist eine einfache, geistig auszuübende Technik, und wenn man sie regelmässig anwendet, wird das in Zusammenhang gebracht mit einer Senkung des Blutdrucks und einer verbesserten neuro-physiologischen und hormonalen Integration. Also ist sie ein Verfahren, das Bluthochdruck und Arteriosklerose reduziert, und gleichzeitig macht sie einen wacher, aufmerksamer, klarer und glücklicher. Forschungsergebnisse